Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen
in Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen

Geologische Ausstellung zur Flussumkehr

Der Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen zeigt in Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen die Ausstellung „Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen“. Auf zwölf Tafeln wird der zeitliche Ablauf und die Gründe für die Umkehr der ursprünglich nach Süden gerichteten Fließrichtung unserer Gewässer in das nördlich gerichtete Flusssystems des Rheins erläutert. Die Ausstellung ist vom 3. – 14 Juni auf der Gartenschau zu sehen, ab 18, Juni ist sie während der Gartenschauperiode im Schloss Ellwangen zu sehen.

TermineTreffpunkt
3. – 14. JuniLandespavillion „Treffpunkt Baden-Württemberg“

ab 18. Juni
Schloss Ellwangen Eröffnung der Ausstellung
Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren:

VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG
Reiffeisenbank Bühlertal eG


Gestaltung, Illustration und Satz:
Katrin Hauf, ars navigandi GmbH, Ellwangen

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen




Erstellt vom:




Mit Unterstützung des:

Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen e.V.

Schlossmuseum Ellwangen


Ausstellungstafeln im Überblick

Die Flussumkehr

Seit Jahrmillionen entwässerte ein Teil des nordwürttembergischen Gebietes nach Süden zum damaligen Molassebecken und zur später sich entwickelnden Donau. Für uns heute kaum vorstellbar fand dieses Geschehen auf einem Gelände statt, das zwischen 300 m bis 500 m über unserer heutigen Landschaft lag (siehe Tafel 4).

Weshalb geschieht diese Flussumkehr?

Der Antrieb für dieses Verhalten liegt in den Gefälleverhältnissen. Der Höhenunterschied und die Strecke bis zum Meer vergrößerten sich im Verlauf der Erdgeschichte zwischen Rhein und Donau immer mehr. Die entscheidende Rolle für unsere Region spielte der Einbruch des Oberrheingrabens vor ca. 40 Millionen Jahren. Der Rhein hat immer eine ziemlich gleichbleibende Strecke bis zur Nordsee zurückzulegen. Die Mündung der Donau verlagerte sich dagegen immer weiter nach Osten. Vor 20 Millionen Jahren mündete die Ur-Brenz in das Molassebecken südlich von Heidenheim. Heute befindet sich die Mündung der vor ca. 6 Millionen Jahren daraus entstandenen Donau 1800 km weiter östlich im Schwarzen Meer.

Je größer das Gefälle eines Flusses ist, desto größer ist auch seine Erosionsleistung, d. h. seine Fähigkeit, Gestein zu lösen und zu transportieren. Das rheinische System hat auf 1000 m ein Gefälle von 3 m (= 0,3%). Das danubische (= zur Donau entwässernde) System hat auf 1000 m nur ein Gefälle von 50 cm (= 0,05%). Aus diesem Grund gewann das rheinische Flusssystem durch sein stärkeres Gefälle gegenüber dem flacheren danubischen Flusssystem im Verlauf von Millionen Jahren immer mehr die Oberhand.

Erklärung zu den Flussnamen.
Der Beisatz „Ur“ soll anzeigen, dass die Lage des Flusses zwar in etwa die gleiche ist wie heute, dieser aber früher in eine andere Richtung floss als heute. Ur-Brenz, Ur-Kocher, Ur-Rems, Ur-Bühler und zeitweise die Ur-Jagst gehörten dem Fluss-system der Ur-Brenz an. Das Einzugsgebiet vonUr-Kocher und Ur-Jagst reichte ehemals weiter nach Norden und Nordwesten bis in das Hohenloher Land (siehe Tafel 5).

Das Land erhebt sich aus dem Meer

Entwässerung nach Süden

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Das Land erhebt sich aus dem Meer

Die Anfänge der Landschaft liegen bei uns etwa 150 Millionen Jahre zurück, als sich im Oberjura die Erdoberfläche hob und große Teile Süddeutschlands Festland wurden. Das mitteleuropäische Land entwickelte sich. Die Erosion dieses Landes setzte ein und Schichtfluten und Flüsse transportierten von den Hochpunkten des Landes Sedimente zum Meer.

In dieser Abbildung sehen wir, dass auch in Nordwürttemberg (siehe rotes Viereck) die Entwässerung schon nach Südosten erfolgte, also in Richtung späterer Donau, die allerdings erst vor etwa 6 Millionen Jahren entstand. Das Land lag damals nur wenig über der Meeresoberfläche.

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Das Molassebecken

Der Oberrheingraben – eine neue Vorflut

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Absinken des Oberrheingrabens

Mit dem Absinken des Oberrheingrabens vor etwa 40 Millionen Jahren begann das Geschehen in unserer Gegend dynamischer zu werden. Gleichzeitig hob sich der Nord- und Westteil Baden-Württembergs stärker und der Südosten sank ab, sodass im Gebiet der sich bildenden Alpen vor etwa 35 Millionen Jahren mit dem Molassebecken eine Senke entstand, in die sogar zeitweise das Meer eindrang. Fließgewässer übernahmen nun die Hauptrolle bei der Erosion. Sie entfernten den Verwitterungsschutt, erodierten selbst und transportierten das Gesteinsmaterial aus unserem Gebiet nach Südosten zum Molassebecken. Die Landschaft bei uns war damals fast eben und nur wenig wellig. Die Täler waren sehr flach und breit. Die Landoberfläche bildeten die Gesteine des höheren Keupers und des unteren Jura. Dieser Charakter der Landschaft blieb bis vor etwa 2 Millionen Jahren erhalten

Zwei Vorfluter
Seit der Entstehung des Oberrheingrabens haben zwei Vorfluter für Südwestdeutschland bestanden. Der Oberrheingraben im Westen und das Molassebecken im Süden. Entwässerte bisher das heutige baden-württembergische Gebiet nach Süden zum Molassebecken im heutigen Alpengebiet – die Alpen entwickelten sich erst – so bestand nun auch nach Westen zum Oberrheingraben hin eine Entwässerungsmöglichkeit. Das Einzugsgebiet des Oberrheingrabens nahm aber nur sehr langsam zu, da die Vorflut des danubischen Systems nach Süden in das Molassebecken damals sehr nahe lag.

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Morphologisch–geologischer Schnitt von der Donau bis Künzelsau

Rekonstruierte Gefällekurven der Ur-Brenz / Ur-Kocher

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Die Darstellung der Höhen über NHN ist zur besseren Übersicht stark überhöht.

Aus dem Schnittbild ist zu ersehen, dass die Ur-Brenz wie auch die anderen danubischen Flüsse auf bis zu 500 m mächtigen Gesteinsfolgen (Keuper und Jura) geflossen sind, die über dem heutigen Vorland der Albtafel lagen.
Diese riesigen Gesteinsmassen wurden im Laufe von 12 Millionen Jahren zum großen Teil vom alten, träge fließenden danubischen Flusssystem nach Süden abgeführt.
Der kleinere Teil wurde dagegen vom erosionsstarken rheinischen System in nur zwei Millionen Jahren nach Nordwesten weg befördert.

Die Ur-Brenz mündete im Mittelmiozän (blaue Linie) vor ca. 12 Millionen Jahren in das Molassebecken. Daraus folgt, dass das Land seit dieser Zeit um ca. 600 m angehoben wurde.

Die Differenz zwischen dem Talgrund der Ur-Brenz im Mittelpleistozän und dem heutigen Brenztal bei Königsbronn rührt von der Auffüllung des ursprünglichen Brenztales um ca. 40 m im Holozän her.

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Entwicklung von Jagst, Kocher und Bühler

Das gesamte Gebiet entwässert noch nach Süden zum Molassebecken

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Im Bereich der heutigen Mündungsgebiete von Jagst und Kocher hat das dargestellte Flussnetz mehr oder weniger hypothetischen Charakter.
Es ist aber durch den damaligen Lauf des Ur-Neckars (Ur-Neckar-Lone) und der Schichtstufenentwicklung in Nordwürttemberg wahrscheinlich. Die Unterläufe von Jagst und Kocher waren demnach kleine Nebenbäche des danubisch, also nach Süden entwässernden Ur-Neckars.

Die Ur-Jagst floss bis zum Einschlag des Ries-Meteoriten vor ca. 14,8 Millionen Jahren südlich von Ellwangen in Richtung Osten zur Wörnitz.

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Jagst und Kocher entstehen

Der Meteoriteneinschlag im Ries leitet die Jagst um

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Der Meteoriteneinschlag bei Nördlingen, 14,8 Millionen Jahre vor heute, hatte für den Verlauf der Ur-Jagst einschneidende Folgen. Die Auswurfmassen, die am Kraterrand und weit darüber hinaus angehäuft wurden, verhinderten nun den Abfluss der Ur-Jagst in Richtung Wörnitz. Die Ur-Jagst wich vor den östlich gelegenen Auswurfmassen in westliche Richtung aus und floss nun als Nebenfluss der Ur-Brenz zu, die sie bei Hüttlingen erreichte.
Bis zum Beginn des Pleistozäns entwässerte die Ur-Jagst über die Ur-Brenz und die Königsbronner Pforte in die Donau, die sich inzwischen gebildet hatte.

Der rheinische Neckar dürfte sich bis südlich Heilbronn rückschreitend vergrößert haben. Die Folge davon war, dass die kleinen Nebenflüsse des Ur-Neckar, Jagst und Kocher, nicht mehr über das danubische Ur-Neckar System entwässerten, sondern über den rheinischen Neckar zum Oberreingraben geflossen sind.

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Die Flussumkehr zum Rhein

Die Ur-Brenz staut sich vor der sich hebenden Schwäbischen Alb

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Mit Beginn der Kalt- und Warmzeiten im Pleistozän trat verstärkt Verwitterung auf. Dadurch war die Abtragung von Gestein und Erde intensiver als in den Zeiten davor.

Die rheinischen Neckar-Nebenflüsse Jagst und Kocher hatten schon große Fortschritte in Richtung Südosten bis an die Keuperschichtstufe gemacht. Die Jagst hatte sich bis in die Gegend von Crailsheim, der Kocher bis südlich von Schwäbisch Hall und die Bühler bis Vellberg vorgearbeitet.
Im danubischen System ging der Ur-Kocher noch bis südlich Gaildorf und die Ur-Jagst mindestens bis Crailsheim, wahrscheinlich noch bis in den Schrozberger Raum. Die Ur-Bühler reichte noch bis in den Raum Vellberg.

Durch die zunehmenden Wasserverluste an das rheinische Flusssystem konnte die Ur-Brenz die anhaltende Hebung der Schwäbischen Alb im Unterpleistozän, ca. 2,6 Millionen – 780 Tausend Jahre vor heute, mangels Erosionskraft nicht mehr ausgleichen und hat sich teilweise am Durchbruchtal der Weißjura-Schichtstufe (Königsbronner Pforte) aufgestaut.

In einem sich bildenden Binnendelta wurden von Norden her die Oberen Goldshöfe Sande, ca. 1 Million – 600 Tausend Jahre vor heute, in Richtung Süden zur Albpforte bei Aalen geschüttet. Die bis zu 20 m mächtigen, teilweise auffällig orange gefärbten Sande liegen oberhalb des heutigen Tales der Jagst.

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Jagst, Kocher und Bühler gewinnen die Oberhand

Jagst und Kocher kehren immer mehr Nebenflüsse in Richtung Rhein um.

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Die Jagst war von Norden her etwa bis Ellwangen vorangekommen.

Der gefällestarke Kocher hatte zur Mindel-Kaltzeit, ca. 475 – 370 Tausend Jahre vor heute, Hüttlingen erreicht. Dadurch gehörten nun Bühler und Ur-Bühler zum rheinischen System.

Als die Jagst stärker wasserführende Nebenflüsse wie Maulach, Speltach, Rotenbach und der Kocher die Bühler, Ur-Bühler, Bibers, Fichtenberger Rot und Lein in die rheinische Richtung umkehren konnten, erhöhte sich deren Wasserführung stark und damit auch ihre Erosionskraft.

Spätestens seit dem Ende des Mindel-Komplexes, ca. 370 – 300 Tausend Jahre vor heute, wurden die Oberen Goldshöfe Sande durch den Kocher teilweise wieder zurück nach Norden transportiert und abgelagert. Wegen ihrer tieferen Lage und der nach Norden gerichteten Schüttung bezeichnet man diese Ablagerungen als Untere Goldshöfe Sande.

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Das rheinische System hat gesiegt

Der Kocher zapft die Ur-Jagst an

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Etwa an der Wende zur Mindel-Riß-Zwischeneiszeit hatte der Kocher die höherliegende Ur-Jagst bei Hüttlingen angezapft. Der verbliebene Teil der Ur-Jagst war nun etwa bis Ellwangen ein Nebenfluss des Kochers.
Damit hatte das rheinische System in unserer Gegend gesiegt.

Dennoch macht sich noch heute die alte danubische Entwässerungsrichtung nach Süden und Südosten in den Talrichtungen bemerkbar. Auffallend ist, dass viele Nebenflüsse von Jagst, Kocher und Bühler in einem „verkehrten“ Winkel, entgegen der heutigen Fließrichtung, einmünden. Die Ursache dafür ist, dass sich das alte danubische Talsystem gewissermaßen nach unten „durchgepaust“ und das von Westen und Norden vordringende neue rheinische System diese alten Talläufe weiter benutzt und vertieft hat.
Dabei blieb bei vielen Nebenflüssen die alte nach Süden orientierte Richtung aus danubischer Zeit erhalten.
Beispiele hierfür sind im Jagst-System die Maulach, die Speltach und der Rotenbach, im Kocher-System die Bibers, die Fichtenberger Rot und die Lein, sowie im Bühler-System die Fischach.

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Unsere Flüsse am Ziel?

Der heutige Zustand von Jagst, Kocher und Bühler ist erreicht.

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Vor etwa 150 Tausend Jahren erreichte die sich von Norden her über Ellwangen rückwärts einschneidende Jagst den damals zum Kocher fließenden Oberlauf der Ur-Jagst. Nun konnte auch die Jagst die abgelagerten Oberen Goldshöfe Sande teilweise nach Norden transportieren. Sie stehen heute auch bei Ellwangen in Flussterrassen an. Wegen ihrer tieferen Lage und der nach Norden gerichteten Schüttung bezeichnet man diese Ablagerungen als Untere Goldshöfe Sande.

Der Kocher drang weiter im Tal der Ur-Brenz über Aalen hinaus nach Süden bis Oberkochen vor.

Etwa in der Würm-Kaltzeit, 70 – 12 Tausend Jahre vor heute, war bis auf unbedeutende Veränderungen der heutige Zustand der Flusssysteme von Jagst, Kocher und Bühler erreicht.

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Vorschau auf die weitere Flussentwicklung in 1 Million Jahren nach heute

Unter der Voraussetzung, dass sich in den nächsten 1 Million Jahren in Südwestdeut­schland keine gravierenden ungleichmäßigen Hebungen oder Senkungen abspielen, hat Geologie-Professor Dr. Theo Simon mögliche Entwicklungen extrapoliert.

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen
Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Die gravierendste Änderung könnte sich an der Jagst nördlich von Crailsheim einstellen. In der Jagst versickern heute schon bei Hochwasser an der Heidenmühle und auch unterhalb von Wallhausen im Weidenbach mehrere 100 l/s Oberflächenwasser. Diese fließen im verkarsteten Muschelkalk unterirdisch zu den Quellen von Neunbronn an der Bühler. Sollte dadurch eine unterirdische Flussanzapfung eintreten, würde sich in der Folge davon die Flusslandschaft im Osten Baden-Württembergs stark verändern. Die obere Jagst würde dann über die Bühler zum Kocher fließen. Allerdings kann sich das „Leck“ der Jagst durch Verstopfung der Karstfließwege schließen und eine unterirdische Anzapfung fände dann nicht statt.

1

Ausschau in 1 Million Jahren

Die gravierendste Änderung könnte sich an der Jagst nördlich von Crailsheim einstellen. In der Jagst versickern heute schon bei Hochwasser an der Heidenmühle und auch unterhalb von Wallhausen im Weidenbach mehrere 100 l/s Oberflächenwasser. Diese fließen im verkarsteten Muschelkalk unterirdisch zu den Quellen von Neunbronn an der Bühler. Sollte dadurch eine unterirdische Flussanzapfung eintreten, würde sich in der Folge davon die Flusslandschaft im Osten Baden-Württembergs stark verändern. Die obere Jagst würde dann über die Bühler zum Kocher fließen. Allerdings kann sich das „Leck“ der Jagst durch Verstopfung der Karstfließwege schließen und eine unterirdische Anzapfung fände dann nicht statt.

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Die Bühler wird über die Schmerach einen oder beide der linksseitigen Jagstzubringer Maulach und Speltach erreichen und damit das Einzugsgebiet der Jagst schmälern.

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Ausschau in 1 Million Jahren

Die Bühler wird über die Schmerach einen oder beide der linksseitigen Jagstzubringer Maulach und Speltach erreichen und damit das Einzugsgebiet der Jagst schmälern.

Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen

Von der Blinden Rot aus wird über den Stadelbach der östlich gelegene Rotenbach angegriffen.

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Ausschau in 1 Million Jahren

Von der Blinden Rot aus wird über den Stadelbach der östlich gelegene Rotenbach angegriffen.

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Die Blinde Rot wird aufgrund der Gefälleverhältnisse die Obere Bühler anzapfen.

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Ausschau in 1 Million Jahren

Die Blinde Rot wird aufgrund der Gefälleverhältnisse die Obere Bühler anzapfen.

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Südlich von Hüttlingen wird sich der Mittelbach weiter in Richtung Osten zur Jagst vorschieben.

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Ausschau in 1 Million Jahren

Südlich von Hüttlingen wird sich der Mittelbach weiter in Richtung Osten zur Jagst vorschieben.

Die Verlagerung der Europäischen Wasserscheide zwischen Kocher und Brenz nach Süden und das weitere Eintiefen von Jagst, Kocher und Bühler halten auch heute noch unaufhaltsam an!

Allerdings spüren wir in unserem kurzen Menschenleben nichts von diesen unendlich langsamen, aber stetigen Veränderungen, die sich nur im Zeitraum von Hunderttausenden bzw. Millionen von Jahren bemerkbar machen.
Daraus kann man ersehen, dass die Erde den Menschen nicht braucht, aber der Mensch die Erde!

Wir hoffen, dass wir Ihnen einen Eindruck von den nur schwer vorstellbaren zeitlichen Dimensionen vermitteln konnten, sowie von den riesigen Gesteins- und Sandmassen, die unsere Flüsse in dieser Zeit in Richtung der Meere abtransportiert haben und noch abtransportieren.

Je größer das Gefälle eines Flusses ist, desto größer ist auch seine Erosionsleistung, d. h. seine Fähigkeit, Gestein zu lösen und zu transportieren. Das rheinische System hat auf 1000 m ein Gefälle von 3 m (= 0,3%). Das danubische (= zur Donau entwässernde) System hat auf 1000 m nur ein Gefälle von 50 cm (= 0,05%). Aus diesem Grund gewann das rheinische Flusssystem durch sein stärkeres Gefälle gegenüber dem flacheren danubischen Flusssystem im Verlauf von Millionen Jahren immer mehr die Oberhand.

Quellen

  • Landratsamt Ostalbkreis „Der Ostalbkreis-ganz persönlich“, Neomediaverlag Coesfeld, 2011.
  • Die Texte und Abbildungen der Ausstellung stammen zum größten Teil aus dem Beitrag von Prof. Dr. Theo Simon (1947-2025) „Flussgeschichte von Kocher und Jagst“ in dem Buch von Hans Hagdorn „Neue Forschungen zur Ortsgeschichte von Crailsheim“, Goldschneck-Verlag Stuttgart, 1988, Seite 241-254.
  • Annette Strasser, Rekonstruktion ehemaliger danubischer Landschaften und rheinische Abtragungsleistung im Zeitraum von einer Million Jahren – eine Modellierung und Berechnung am Beispiel von zwei süddeutschen Flusssystemen, Dissertation Universität Stuttgart 2009, unter: https://elib.uni-stuttgart.de/items.
  • Joachim Eberle, Bernhard Eitel, Wolf Dieter Blümel, Peter Wittmann, „Deutschlands Süden“, Springer Verlag Berlin, 4. Auflage, 2023.
  • Hans-Dieter Bolter „Sande – Erdgeschichte Ostwürttemberg“, Eigenverlag, 2025.

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